Schlosskapelle unter dem Schutz der heiligen Elisabeth von Thüringen

Direkt an das Herrenhaus schließt sich in Ostrichtung die einschiffige Kapelle mit runder Apsis an. Sie wurde 1895 von dem damaligen Regierungsbaumeister Heinrich Krings (1857-1925) erbaut und der heiligen Elisabeth von Thüringen geweiht.

 

Es war Franz Eugen, der die Kapelle in Erinnerung an seine Frau - die auf der Hochzeitsreise an Tuberkulose erkrankte und nach 7 Jahren starb - erbauen ließ. Das Paar war auf der Hochzeitsreise durch Italien gereist und hatte von dieser Reise sehr viele Ideen und Anregungen mit nach Türnich gebracht. Franz Eugen holte sich die besten Fachleute und Künstler, um seine Vorstellungen von einer grandiosen Kapelle zu verwirklichen, denn er hatte ja auf der Italienreise auch nur die besten Anregungen erhalten.

 

Die Kapelle gilt als Ausnahmefall der rheinischen Kirchenbauarchitektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts, weil sie am Ende des Rheinischen Historismus sehr stark von Bauwerken in Siena und von San Clemente in Rom beeinflusst wurde. An der Umsetzung  wirkten namhafte Künstler, die damals im Kölner Raum tätig waren, mit.

Das Innere der Kapelle ist neuromanisch mit Marmorverkleidung und Wandgemälden reich ausgestattet. Die Ausmalung erfolgte durch den Nazarenerden Nazarener Franz Guillery sowie Eduard Gebhardt und Ernst Deger. Die Skulpturen wurden von Wilhelm Albermann geschaffen. Die Kirchenfenster wurden 1902 von der bekannten Kölner Glasmalereiwerkstätte Schneiders & Schmolz ausgeführt.[1] Nach einem Brand im Januar 1991[2] konnte die Kapelle mit ihrer Ausstattung weitgehend wiederhergestellt werden. Einige Teiles des Altaraufsatzes und dessen goldene Umrandung mit ihren sechs Kristallkugeln konnten nicht restauriert werden und wurden auch nicht rekonstruiert. Ebenso entstanden an der Sakristei und den Malereien in der Kapelle bleibende Schäden.

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Freundes- und Förderkreis Schloss Türnich